So arbeite ich
Es geht nicht darum, jemandem ein Etikett zu geben. Es geht darum, die nächste Frage besser zu stellen.
Die Situation
Eine Klientin schiebt seit sechs Wochen eine E-Mail auf. Sie weiß, was drinstehen muss. Sie hat dreimal angefangen. Sie ist Abteilungsleiterin und schreibt beruflich ständig E-Mails.
Die naheliegende Reaktion
Die nächste Struktur anbieten: Aufgabe zerlegen, Timer stellen, Termin im Kalender blocken. Bei den meisten Klient:innen wirkt das. Hier nicht — sie hat das alles längst selbst probiert, und jetzt kommt zum Aufschieben noch die Scham dazu.
Die bessere Frage
„An welcher Stelle stockt es genau — beim Entscheiden, was reinkommt, beim Formulieren, oder beim Absenden?“
Warum das etwas ändert: Die Antwort trennt drei völlig verschiedene Hürden voneinander, die von außen gleich aussehen. Beim Entscheiden stockt es, wenn zu viele Optionen offen sind. Beim Formulieren, wenn die Einschätzung der Wirkung auf die andere Person schwerfällt. Beim Absenden, wenn die Endgültigkeit blockiert. Jede dieser Hürden braucht eine andere Intervention — und keine davon ist „mehr Struktur“.
Die Frage beweist keine Neurodivergenz. Sie zeigt dir nur, wo du als Nächstes ansetzt. Genau diese Art zu fragen üben wir am 2. November.
Was Menschen sagen, die bei mir gelernt haben
„Frau Winkler hat uns die komplizierten Inhalte der Biopsychologie-Vorlesung sehr interessant und anschaulich vermittelt. Ich gehe mit einem guten Verständnis raus, wie das Gehirn funktioniert.“
Studentin · Vorlesung Biopsychologie
„Ich lerne immer so viel bei deinen Supervisionen und Vorträgen.“
Kollegin · Supervision